Keine Daten-Prostitution
Ein paar Hinweise zum Nachdenken.


Mit dieser Seite möchte ich einen provokanten Aufruf starten, über Datenschutz bezüglich eigener Daten nachzudenken. Ich gebe ein paar Stichworte und Hinweise die, gepaart mit dem provokanten Domain-Namen, zum Nachdenken anregen sollen. Das Ziel dieser Seite ist ausdrücklich, Nachzudenken. Ob man zustimmt oder nicht ist zweitrangig, solange man das Thema endlich einmal selber beleuchtet.
Ich weise zugleich darauf hin, dass es sich bei "Daten-Prostitution" um eine bewusst provokante Wortschöpfung handelt, die zwar die Aufmerksamkeit auf den Bereich Datenschutz erhöhen soll, aber nicht die gesellschaftliche Diskussion zum Thema "Prostitution" schwächen soll. Informationen zum Thema "Prostitution" gibt es z.B. hier auf Wikipedia



1: Warum spreche ich von "Daten-Prostitution"?
Ich stelle zunehmend fest, dass wir in einer Welt leben, in der jeder von sich etwas Preis gibt - und dabei vornehmlich "freiwillig". Man nutzt Kunden- oder Rabattkarten und offeriert sein Einkaufsverhalten um im Gegenzug (vermeintliche) Rabatte zu erhalten. Man stellt Informationen über sich selbst, seine Hobbys und Neigungen, in so genannten sozialen Netzen detailliert zur Verfügung, in der Hoffnung im Gegenzug Kontakte zu erhalten. Mein zeigt sich selbst, in peinlichsten oder intimsten Momenten, auf Video-Plattformen, um im Gegenzug Bekanntheit zu erhalten. In jedem Fall gibt man etwas von sich her, vielleicht meint man sogar etwas nicht so wertvolles, in der Hoffnung dafür etwas zu bekommen. Man verkauft etwas von sich, etwas dass einen selbst ausmacht. Zwar keine sexuelle Handlung, auch nicht den Körper selbst, aber trotzdem ein Stück von sich selbst. Der provokante Begriff "Prostitution" erscheint mir da nicht abwegig in der Form der "Daten-Prostitution".

Vertiefend zu dem Thema gibt es hier einen Beitrag von mir.

2: Deine Daten sind langweilig: Warum wird dann dafür bezahlt? Und warum gibt es "kostenlose" Angebote?
Wie bei (1) angesprochen glauben viele, dass ihre Daten langweilig sind, wertlos sind. Man gibt eben mal schnell beim Einkauf die Rabattkarte und bekommt dafür einen kleinen Nachlass oder irgendwann eine Prämie. Doch hier gilt es nachzudenken: Wenn deine Daten wirklich "nichts" sind, wenn sie "wertlos" sind: Warum zahlt die Wirtschaft dann dafür? Warum gibt es ganze Industriezweige, die mit dem An- und Verkauf von Daten leben können? Am Ende musst Du eingestehen, dass deine Daten vielleicht für dich wertlos sind, aber für all die anderen, die Geld verdienen wollen, sind sie eine teure Ware. Du verschleuderst sie. Denke am Ende immer daran: Wenn deine Daten so langweilig sein sollten, dann kann es der anderen Seite ja egal sein, ob du sie hergibst.

Hinterfrage jedes "kostenlose" Angebot dass es gibt: Denn heute kostet alles Geld. Du bist in einem sozialen Netz, das kostenlos ist? Ist da auch keine Werbung und wird die vielleicht doch auf dich zugeschnitten? Werden bei dir Tracking-Cookies hinterlegt und versucht herauszufinden wer du bist (etwa mittels IP-Auflösung)? Können gesetzte Tracking-Cookies vielleicht von anderen Angeboten auch genutzt werden, so dass man Seitenübergreifend ein Profil anlegen kann? Wenn eine Seite ganz kostenlos und Gemeinnützig ist - warum stehen hinter so vielen Bewertungsseiten dann keine gemeinnützigen Vereine, sondern z.B. eine GmbH? Alleine die Gründung einer solchen kostet Geld und meistens sind da noch andere Unternehmen, die sich beteiligen. Was denkst Du, wie die sich und die vielen Menschen finanzieren, die da arbeiten? Was denkst du, womit "Gewinnspiele" finanziert werden? Mit deinen Daten, was anderes haben die nicht.

Zu Unterscheiden ist hierbei natürlich die "Stempelkarte" vom Laden um die Ecke, etwa wenn man eine anonyme Karte hat auf der bei jedem Einkauf ein Stempel gemacht wird und beim x-ten erhält man Rabatt. Dazu schreibe ich aber was unter (9).

3: Einmal drin, immer drin - das Internet
Eine der grössten Gefahren für den Datenschutz ist nicht das Internet, sondern der sorglose Umgang mit ihm. Es gilt zu Begreifen: Was einmal im Internet gelandet ist, klebt dort (fast) unlöschbar fest. Selbst Jahre später kann man noch unliebsame Interneteinträge finden. Daher gilt es, sorgsam zu handeln und z.B. in Diskussions-Foren nicht den richtigen Namen zu nutzen. Andernfalls muss man eine unliebsame (und vielleicht zu recht kritisierte) Äusserung die man als 16-Jähriger getätigt hat, gegenüber seinem Arbeitgeber noch Jahre später erklären.
Während im normalen Leben eine flüchtige Äusserung "auf der Strasse" zum einen nur einen begrenzten Personenkreis erreicht und zum anderen schnell vergessen ist, erinnert das Internet quasi Ewig. Und dank neuer Personen-Suchmaschinen kann jede Personalabteilung schnell und quasi kostenlos Informationen zu Bewerbern heraussuchen.
Es gilt daher: Das Internet nicht verteufeln, es aber bewusst nutzen. Im Internet sollte ein Pseudonym genutzt werden und nur im sinnvollen Ausnahmefall die eindeutige Identifikation riskiert werden.

Und das gilt auch immer, auch wenn Du über andere Personen schreibst: In der heutigen Zeit ist jeder in der Lage, personenbezogene Angaben anderer zu verarbeiten: Schreibst Du in Webforen über deinen Nachbarn oder Arbeitskollegen? Schreibst Du dabei seinen Namen aus? Wen hast du in deinem Handy mit Namen, Geburtsdatum und Notizen gespeichert? Sei nicht so naiv zu glauben, das interessiert keinen. Die Zeiten sind vorbei.

4: Nichts zu verbergen?
Wir alle haben eine Privat- und Intimsphäre. Es liegt an jedem einzelnen ob und was er daraus in die Öffentlichkeit trägt. Wer sagt, er habe nichts zu verbergen, zwingt sich geradezu selbst, alles - ausnahmslos- öffentlich zu machen. Auch jede Grundlage für jede noch so kleine Entscheidung die er in seinem Leben trifft. Zwinge dich und andere nicht dazu: Wenn Du etwas öffentlich machen willst, tu es, wenn du vorher darüber nachdenkst. Beschneide dir aber nicht die Freiheit, jedes Mal im Einzelfall zu entscheiden, ob und was du öffentlich machst.

Einen längeren Essay zur Frage "Nichts zu verbergen?" gibt es hier von mir, sowie eine ausgearbeitete Antwort auf typische Sprüche.

5: Weisst du, was ein Profil ist?
Aufgrund der von Dir erfassten Daten kann (und wird) man Muster erstellen: Was hast Du bisher gekauft und was wirst du in Zuklunft kaufen? Auf welcher Schule warst du und welche Lehrer (mit welchen Besonderheiten) fandest Du gut oder schlecht? Wann hast Du wo gewohnt und deine Rechnungen nicht bezahlt? Mit diesen Daten lässt sich ein Profil bilden, herausarbeiten, wie du dich als Mieter, Kunde, Kreditnehmer, Arbeitnehmer oder sogar als Partner in einer Beziehung verhalten wirst.

Du selbst wirst auf ein Profil reduziert, teilweise sogar auf einfache Zahlen (Scoring) aufgrund derer dann entschieden wird, ob Du einen Kredit bekommst, vielleicht sogar welchen Tarif du bei einer Versicherung zahlen musst oder ob Du auf Rechnung/Lastschrift bestellen kannst oder nur per Vorkasse. Ob Du dich einmal änderst, ob sich dein Leben ändert - all das interessiert dabei nicht. Ausschlaggebend ist alleine dein Profil, das irgendwann selbstständig neben dir als Person existiert und du kannst nichts machen. Das Ganze kostet dich auch dein Geld: Etwas wenn Du höhere Zinsen zahlen musst, weil du dort wohnst, wo häufiger ein Zahlungsausfall auftritt - auch wenn Du selber nie Probleme hattest.

Frage nach: Warum kann man in so vielen Online-Shops nur bestellen, wenn man auch ein Kundenkonto eröffnet - warum nicht bestellen ohne Kundenkonto? Lies die AGB beim Bestellen via Lastschrift, gerne steht da mal eine Klausel drin, die es erlaubt, bei einer Auskunftei nach deiner Bonität zu fragen - selbst bei kleinsten Bestellungen. Wenn Du im Laden um die Ecke mit Karte zahlst - gibst Du denen auch die Erlaubnis in einer Auskunftei nachzufragen? Am Ende ist das das gleiche Zahlverfahren, trotzdem fragen Internet-Shops ständig nach Bonitäts-Klauseln und unterstützen damit die Auskunfteien in Deutschland. Am sichersten für alle ist die Bezahlung per Nachnahme - warum gibt es die dann so selten? Frage und denke nach, immer.

Es gibt bei vielen Versandhäusern und Internetshops Versandhistorien - da siehst du, was du noch vor drei Monaten bestellt hast. Bringt dir das was? Eher nicht, wenn du nämlich mit einem Gewährleistungsfall kommst, verlangen die trotzdem die originale Rechnung (worauf esnicht ankommt) und lassen nicht mit sich reden. Dafür aber ist ersichtlich, wer was wann gekauft hat. Wie gefährlich das ist, sieht man, wenn man liest dass für manch einen alles nur ein "Einstieg" ist - so sagte ein Justizminister, dass derjenige, der sich Pornographische Werke ansieht (Pornos) auch irgendwann Kinderpornographie bevorzugen würde. Wir kennen das: Wer einmal lügt, lügt immer. Wer einmal stiehlt, stiehlt immer. Wer einmal fremdgeht, der macht das wieder. Wo ist am Ende der Unterschied zwischen Profil und Vorurteil? Klingelt es jetzt wenn ich hier "Profile" an den Pranger stelle?

Weisst Du eigentlich, wie Du überwacht wirst und was man alles an Maßnahmen diskutiert? Eine sehr kurze Übersicht gibt es hier. Beachte die zunehmende Lebens-Vorratsdatenspeicherung in Deutschland.

6: Sichere deine Daten
Es gibt vor allem drei wichtige Gründe Daten zu sichern:
  • Identitätsdiebstahl & Spionage
  • Überwachung durch die Wirtschaft
  • Überwachung durch den Staat
Alle drei Punkte sind längst harte Realität. So ist es teilweise kinderleicht möglich, in einem Shop auf Rechnung eines anderen zu bestellen. Oder den Anschein zu erwecken, jemand würde ständig beleidigende oder extremistische Kommentare in Blogs oder Foren verfassen. Dahinter kann reine Betrugsabsicht stehen, aber auch der Wunsch jemandem persönlich zu schaden. Der Betroffene hat das Problem, sich nur sehr schwierig wehren zu können und andererseits, dass Inhalte mitunter ewig im Internet verbleiben. Je weniger Du von Dir bekannt gibst, umso schwieriger wird das.
Wenn Du freimütig deine Kontodaten weitergibst, musst Du dich nicht wundern, wenn irgendwann Abbuchungen stattfinden die nicht von dir stammen (Du kannst dann widersprechen bei der Bank - sofort hin!). Wenn Du deine echte Anschrift herausgibst, wundere dich nicht über Berge von Werbung, genausso Werbe-Anrufe und SMS bei der Angabe von Telefonnummern.

Die Wirtschaft will Daten: Das Einkaufsverhalten der Konsumenten ermöglicht abgestufte Produkte und Produktempfehlungen. Die Kreditwirtschaft kann sich absichern durch höhere Zinsen bei höheren zu erwartenden Ausfallraten. Wenn Du shoppen gehst und mit Karte zahlst, wird (zu deiner Sicherheit natürlich) gespeichert wie viel Du pro Tag und Monat ausgibst, damit man ein Zahlungsprofil erstellen kann.

Der Staat weiss das und will Zugriff: Wenn jemand einen Fernseher kauft, will das der Staat in Zukunft wissen - wegen der Gebühren. Das Thema "Video-Atlas" wird diskutiert, dahinter steht die Idee, dass Ermittlungsbehörden die flächendeckende Kameraüberwachung der Wirtschaft für Ermittlungszwecke nutzt. Und natürlich, dass der Staat die Providr verpflichtet, 6 Monate alles Verbindungsdaten zu speichern, so dass man weiss, wer mit wem wann wie lange telefoniert hat, wer Mails von wo abgeholt und verschickt hat und wo sich Handynutzer aufgehalten haben.
Die Online-Durchsuchung soll Zugriff auf Rechner geben, heimlich. Das Bundeskriminalamt erhält präventive Ermittlungsmöglichkeiten. Alles was Du an Daten freiwillig von dir hergibst ist für den Staat inzwischen von Interesse - und mit zunehmender Datenfülle steigt das Risiko, aufgrund eines Fehlers grundlos zum "Verdächtigen" zu werden. Dabei steigt die Verzahnung von Wirtschaft und Staat, etwa wenn der Staat an der Grenze Laptops und iPods nach Raubkopien durchsuchen will, was ernsthaft diskutiert wird momentan.

Eine Liste von kostenloser Opensource-Software, mit der man sich sichern kann, führe ich hier.

7: Die Gefahr lauert inzwischen überall
Wo auch immer du heute hingehst findest Du Video-Kameras, die mitunter sehr lange Aufzeichnen. Selbst triviale "Verstösse" werden plötzlich interessant - etwa wenn man in einem Einkaufsladen ein Taschentuch auf den Boden wirft. Sicherlich gesellschaftlich verpönt kann es aber nicht sein, dass jeder Alltags-Fehltritt selbst Tage später noch "sanktioniert" werden kann. Wer sich daran einmal gewöhnt, der wird nie wieder frei leben können, da er bei jedem Schritt nur noch überdenkt, ob das Folgen haben könnte und in welcher Form - egal wie alltäglich das gerade zur Diskussion stehende Verhalten ist.

Denke auch an den Grosseinsatz der Polizei in einer Metzgerei vor kurzem - dort hatte ein Kunde leise zu einem anderen gesagt, er hätte "eben eine Bombe gelegt". Die Tatsache, dass er dort kurz vorher auf der Toilette war ist geradezu zu erwarten - trotzdem gab es einen Polizeieinsatz zur Auffindung der "Bombe". Es liegt an uns, ob Paranoia und Angst unseren Alltag beherrschen.

Ein Beispiel ist dine Bank in Stuttgart, die eine Kundin (die dort Geld holte) über Videoaufnahmen ermittelt hat, weil deren Tochter in Hundekot getreten ist vor dem Betreten der Bank und diese "verschmutzt" hat. Details dazu hier.

8: Staat und Wirtschaft - Vertrauen muss verdient werden
Wenn Dich jemand Fremdes auf der Strasse nach deiner EC-Karte fragt - gibst du sie ihm einfach? Warum nicht, ohne PIN kann er ja ohnehin nichts damit machen, trotzdem wirst du es nicht tun. Warum gibst Du dann Daten von Dir einfach raus, die z.B. preis geben was du gerade einkaufst? Oder was Du für Hobbys hast? Es ist nichts anderes mit der EC-Karte: Für sich alleine ist das ein begrenztes Risiko - doch hinter den Kullissen wird das zusammengeführt. So wie man wahrscheinlich die Karte auch ohne PIN missbrauchen kann, so kann man auch deine Daten ergänzen und missbrauchen. Sogar das Einkommen der letzten Monate.

Du solltest deine Daten also nicht verkaufen oder sogar umsonst abgeben. Und wenn Du einmal meinst, etwas davon teilen zu wollen, handle wie sonst im Leben auch nach dem Vertrauensprinzip. Und Vertrauen verschenkt man nicht, man verdient es sich. Der Telekom-Skandal hat überdeutlich gezeigt, wozu (Teile von) Unternehmen in der Lage sind, wenn sie nur wollen. Du schenkst mit deinen Daten immer auch eine gehörige Portion Vertrauen - verlange von der anderen Seite, dass man sich das auch erarbeitet. Und nur weil bisher noch nie was passiert ist, heisst das nichts.

Verlange auch, dass man Dir als Konsumenten vertraut: Zunehmend wird es verboten, in Kaufhäusern einen Fotoapparat zu nutzen - während man selbst als Kunde gefilmt wird und nichts dagegen tun kann. An vielen Geschäften steht der Hinweis "Bitte lassen Sie ihre Tasche im Auto" - sollten wir die nicht gerade aus dem Auto rausnehmen, damit es nicht aufgebrochen wird? Und was machen Fahrradfaher mit Rucksack?
Der zahlende Konsument wird zunehmend auch von der Wirtschaft einem Generalverdacht ausgesetzt: Dem Generalverdacht, ein Dieb zu sein. Der "König Kunde" existiert faktisch nicht mehr in Deutschland, er ist nur noch Konsument, der (ausser Geld da lassen) nichts tun darf.
Gehe genauso kritisch vor, wenn der Staat Personalausweise diskutiert, für die man seine Fingerabdrücke und ein Rundum-Foto hergeben soll. Die nicht nur ein vollständiges biometrisches Profil beinhalten sollen, sondern das auch via Funk jederzeit ausgelesen werden kann.

Zu den Personalausweisen (eine Dauerdiskussion) gibt es hier einen Text von mir, der Hintergründe aufzeigt.

9: Keine Rabatte = Mehr Fairness
Rabatte sind im Regelfall nur zu deinem Nachteil. Ein Beispiel: Wenn man 9 Baguettes kauft, bekommt man eines umsonst. Warum bietet der Verkäufer nicht einfach 10 Baguettes mit jeweils 10% niedrigerem Preis? Der Verkäufer ist Kaufmann, für ihn zählt bares Geld, nicht Menschenfreundlichkeit - Du kannst davon ausgehen, dass sich das Rabatt-System für ihn eher rechnet. z.B. weil es zeitlich begrenzt ist und er damit rechnet, dass jemand der in 2 Monaten normalerweise 4 baguettes kauft, nun 8 kaufen wird - die 9 aber nicht voll bekommt und die Aktion ist im dritten Monat dann ausgelaufen. Genauso wie man einkalkulierren könnte, dass ein bestimmter Prozentsatz seine Stempelkarte ohnehin verliert.

Betrachte genauso skeptisch Aktionen wie "Kaufe 5 Brötchen und zahle nur 4 - nur diese Woche". Was soll das, man kann genausogut jedes Brötchen um 20% günstiger machen. Wenn der Bäcker so eine Aktion anbieten kann, solltest du im Regelfall auch davon ausgehen, dass er sonst 20% zu viel pro Brötchen aufgeschlagen hat, denn die 4 Brötchen wird er im Regelfall trotzdem mit Gewinn verkaufen.

Denke immer daran: Ein Verkäufer ist Kaufmann und Geschäftsmann. Der will Geld sehen und hat nichts zu verschenken. Wenn er trotzdem was "verschenkt" tut er das, weil er daran verdient oder verdienen will. Der mündige Verbraucher ist daran zu erkennen, dass er solche Aktionen hinterfragt und analysiert. Suche bei vermeintlichen Geschenken immer einen Hasenfuss und wenn du keinen findest, geh davon aus, dass du etwas übersehen hast und nicht, dass es sich um eine Ausnahme handelt.

10: Kenne deine Rechte. Und sei frech.
Es sind deine Daten - Punkt. Du hast Rechte, z.B. auf Auskunft, Löschung und Sperrung deiner Daten. Kenne deine Rechte, lies im Bundesdatenschutzgesetz die §§34 und 35. Investiere Zeit, etwa indem Du bei Unternehmen nachfragst, was da eigentlich von Dir gespeichert ist und zu welchem Zweck - wenn die nicht antworten, schalte den Datenschutzbeauftragten ein.
Sei frech vor Ort: Wenn dich jemand beim Einkauf nach der PLZ fragt, frage warum das erfragt wird. Unterschreibe nicht einfach irgendwas, lies immer was du da unterschreibst - z.B. wenn du das nächste mal mit Karte zahlst und unterschreiben sollst: Lies man, was da eigentlich über deiner Unterschrift uaf der Rückseite des Kassenzettels steht. Wenn Du Dienste nicht mehr brauchst, lass deine Daten löschen - denke immer an die Videothek, wo du seit Jahre nicht wahrst, ein Kundenkonto noch vorhanden ist und plötzlich angeblich von Dir ein Film ausgeliehen wurde.
Das wichtigste für Dich ist aber, informiert zu sein. Nur wenn Du weisst, was gerade diskutiert wird, merkst Du in welche RIchtung Datenschutz gerade geht und welche Bedeutung er hat - oder nicht hat.

Zur Kartenzahlung beachte z.B. diesen Artikel hier

Abschluss: Tu was!
Hier noch einige Texte von mir mit Hinweisen, was man tun sollte:
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